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HIV / AIDS

Unterschiedliche Faktoren haben dazu geführt, dass sich die Immunschwächekrankheit AIDS weltweit in dieser dramatischen Art und Weise ausbreiten konnte. Die wichtigsten zu nennenden Einflussgrößen sind fehlende Aufklärung, Arbeitslosigkeit und eine Ungleichstellung von Mann und Frau – diese Faktoren sind alle auch in Afrika anzutreffen und führen dort zu Isolation und einer Diskriminierung.

Komplexe Probleme erfordern eine mehrdimensionale Herangehensweise. Als Basis der Arbeit von JAM mit HIV-Infizierten und AIDS-Erkrankten steht auch hier die Ernährung. Menschen können weder gesund noch leistungsfähig werden, wenn die elementarsten Grundbedürfnisse nicht gesichert sind.

In Verbindung zu dieser Arbeit ist JAM bei der Aufklärung und damit in der präventiven Arbeit und der Schaffung von Ausbildungsmöglichkeiten aktiv.

Ruanda

Ein Land mit sich verändernden Bedürfnissen und ein Beispiel dafür, wie sich JAM seit dem Beginn der Arbeit dort, kurz nach dem Genozid 1994, an die heutige Situation und damit individuell an die Menschen und Gegebenheiten in Ruanda anpasst.

Aufbau des Waisenhauses: „Fred Nkunda Life Centre“

Kinder wurden bei dem Völkermord in Ruanda 1994 am härtesten getroffen. Fast eine Million Menschen ließen ihr Leben und damit wurden Tausende Kinder zu Waisen. Dies hinterließ in den Kindern nicht nur Traumata, sondern nahm ihnen auch ihr Hause. Auf der Suche nach etwas zu Essen irrten diese Kinder umher, viele mit ernsthaften Erkrankungen und am Verhungern. Nur ein paar kamen in Flüchtlingslagern unter.
Seit dieser Zeit befindet sich JAM in Ruanda. Dort wurde eine Partnerschaft zwischen dem Einheimischen Fred Nkunda geschlossen, welcher damals verzweifelt versuchte, die Not der Kinder zu lindern. Durch Spenden aus der ganzen Welt und 15 Hektar zur Verfügung gestelltem Land, konnte ein bis heute bestehendes Waisenhaus für die Genozidwaisen aufgebaut werden. 600 Waisen fanden in dem „Fred Nkunda Life Centre“, dem größten Waisenhaus in Ruanda, eine neue Heimat.

Heute: ein Ausbildungszentrum

Auch heute noch leben in dem Waisenhaus ungefähr 220 Kinder. Dort wird immer noch für ihr Wohl gesorgt und sie werden darin unterstützt ein gesundes und leistungsstarkes Leben zu führen. Die meisten der Waisen konnten allerdings in Familien untergebracht werden. Die Arbeit von JAM in Ruanda wurde um ein Ausbildungszentrum ergänzt, um besser auf die Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen zu können.
Die Befähigung der Kinder und Jugendlichen aus dem Waisenhaus zu einem selbstständigen Leben mit einem eigenen Einkommen steht für JAM an oberster Stelle. Im Fokus stehen dabei die Ausbildung von praktisch anwendbaren Fähigkeiten. Die zu wählenden Ausbildungsschwerpunkte sind zum Beispiel Kunst, Hauswirtschaftslehre, Töpferei, Computerkenntnisse, Landwirtschaftslehre und das Handwerk des Schreiners. Nach Abschluss dieser Ausbildung bekommen die Schüler ein „staatlich geprüftes Zertifikat der höheren Bildung“ in dem Bereich, in dem sie ausgebildet wurden.


Da es in Ruanda nicht viele Bildungsangebote für geistig und körperlich behinderte Kinder gibt, hat JAM hier ein zusätzliches Angebot eingerichtet. Dieses Angebot richtet sich vor allem an hörgeschädigte Kinder. Sie bekommen dort Unterricht in Rechnen, Schreiben, dem Identifizieren von Buchstaben und dem Lesen von Lippen.